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Ratgeber Symptome

Polyurie und Polydipsie bei Hund und Katze: wenn Ihr Tier viel trinkt und viel Harn absetzt

Polyurie und Polydipsie: Wenn Ihr Tier plötzlich viel trinkt und viel Harn absetzt – von der Trinkmengenmessung bis zur Diagnose.

Symptom

Was Sie über vermehrtes Trinken und vermehrten Harnabsatz wissen sollten

  • Hund
  • Katze

Der Körper eines Säugetieres besteht zum größten Teil aus Wasser und Elektrolyten. Das Verhältnis von Elektrolyten muss permanent konstant gehalten werden, wofür es komplexe Regulationsmechanismen gibt.

Der Wasserhaushalt des Körpers wird durch das Trinkverhalten sowie den Harnabsatz gesteuert, wobei zusätzlich Wasser über Hecheln und Kot verloren geht. Eine Störung dieser Prozesse kann zu Polyurie (vermehrtem Urinabsatz) und Polydipsie (übermäßigem Durst) führen. Diese beiden Symptome treten oft gemeinsam auf und können auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten. Die genaue Ursachenbestimmung ist entscheidend, da die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung von der Art der Diagnose abhängt. Eine frühzeitige Erkennung und tierärztliche Untersuchung sind daher wichtig, um gesundheitliche Risiken zu minimieren und das Wohlbefinden des Tieres zu fördern.

Was bedeutet eigentlich Polyurie (PU)?

Polyurie (PU) bezeichnet eine abnorm erhöhte Urinproduktion bei Hunden und Katzen, die in der Regel mit einer vermehrten Urinausscheidung (mehr als 50 ml/kg Körpergewicht pro Tag) einhergeht. Dies kann durch verschiedene Erkrankungen oder physiologische Faktoren verursacht werden.

Mögliche Ursachen

  • Diabetes mellitus: Hohe Blutzuckerspiegel führen zu einer erhöhten Harnproduktion, um überschüssigen Zucker aus dem Körper zu entfernen.
  • Niereninsuffizienz: Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion kann die Fähigkeit der Nieren, Wasser zu konzentrieren, beeinträchtigt werden, was zu vermehrtem Urin führt.
  • Cushing-Syndrom (Hyperadrenokortizismus): Eine Überproduktion von Cortisol kann zu vermehrtem Durst und damit zu Polyurie führen.
  • Pyometra (Eitergebärmutter): Bei dieser Infektion kommt es zu einer verstärkten Urinausscheidung als Teil der systemischen Erkrankung.
  • Medikamentöse Ursachen: Einige Medikamente, wie Kortikosteroide oder Diuretika, können ebenfalls zu Polyurie führen.
  • Harnwegsinfektionen oder Blasenentzündungen: Diese können ebenfalls mit vermehrtem Urinabsatz einhergehen.

Was bedeutet eigentlich Polydipsie (PD)?

Polydipsie (PD) bezeichnet bei Hunden und Katzen ein abnorm stark erhöhtes Durstgefühl und übermäßiges Trinken von Wasser. Das bedeutet eine Wasseraufnahme von mehr als 100 ml/kg Körpergewicht pro Tag bei Hunden sowie mehr als 50 ml/kg Körpergewicht pro Tag bei Katzen. Die normale Trinkmenge unserer Haustiere variiert sehr zwischen den einzelnen Individuen und ist weiters von vielen exogenen Faktoren (z.B. Aktivität, Temperatur) abhängig. Um eine Polydipsie zu bestätigen, ist es nötig, die Trinkmenge zu messen oder die Polyurie durch mehrere Urinproben zu bestätigen.

Mögliche Ursachen

  • Diabetes mellitus: Hohe Blutzuckerspiegel führen zu einer erhöhten Ausscheidung von Zucker im Urin, was mehr Wasser bindet und das Tier dazu anregt, mehr zu trinken.
  • Niereninsuffizienz: Bei eingeschränkter Nierenfunktion können die Nieren nicht mehr effektiv Wasser zurückhalten, was zu vermehrtem Durst führt.
  • Cushing-Syndrom (Hyperadrenokortizismus): Eine Überproduktion von Cortisol führt zu vermehrtem Durst und häufig auch zu Polyurie (vermehrtem Urinabsatz).
  • Harnwegsinfektionen oder Blasenentzündungen: Diese können ebenfalls zu Polydipsie führen.
  • Medikamentöse Ursachen: Einige Medikamente wie Kortikosteroide oder Diuretika können ebenfalls zu vermehrtem Durst führen.
  • Hyperkalzämie: Ein erhöhter Calciumspiegel im Blut, häufig durch Tumoren oder bestimmte Erkrankungen verursacht, kann ebenfalls zu Polydipsie führen.

Diagnostik

Die Diagnostik von Polyurie und Polydipsie bei Hunden und Katzen erfordert eine systematische Herangehensweise, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Der Tierarzt wählt die geeigneten diagnostischen Verfahren basierend auf der klinischen Anamnese, dem Schweregrad der Symptome und den begleitenden Symptomen aus.

Anamnese

  • Trink- und Urinverhalten beobachten/messen: Dauer, Häufigkeit und Menge des Trinkens und Urinierens.
  • Ernährungsgewohnheiten: Veränderungen in der Fütterung, Aufnahme von Salz oder Zucker.
  • Medikamentengeschichte: Verwendung von Diuretika oder Kortikosteroiden.
  • Begleiterscheinungen: Weitere Symptome wie Gewichtsverlust, Erbrechen, Appetitveränderungen oder Lethargie.

Klinische Untersuchung inklusive Blutdruckmessung

Laboruntersuchungen

  • Blutuntersuchung: Blutchemie, Hormonspiegel (Cortisol und Schilddrüsenwerte)
  • Urinuntersuchung (spezifisches Gewicht, Urinteststreifen, Urinmikroskopie und bei Bedarf Urinkultur zum Nachweis von Bakterien)
  • Bei Bedarf: ACTH-Stimulationstest: Zur Diagnose des Cushing-Syndroms (Hyperadrenokortizismus).
  • Bildgebende Verfahren
  • Ultraschalluntersuchung des Abdomens: Untersuchung der Nieren und Harnwege, um strukturelle Veränderungen wie Tumoren, Zysten oder Verkalkungen zu erkennen.
  • Röntgenaufnahmen: Zur Beurteilung von Harnwegsveränderungen oder Anomalien wie Steinen, Tumoren oder vergrößerten Organen.
  • Weitere Diagnostik
  • Biopsie: In seltenen Fällen kann eine Nierenbiopsie erforderlich sein, um die Ursache von Niereninsuffizienz oder anderen Nierenerkrankungen zu bestimmen.
  • Speichel- oder Bluttests für Toxine: Wenn eine Vergiftung als mögliche Ursache vermutet wird.

Häufige Fragen zu vermehrtem Trinken und Harnabsatz

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Weiterlesen

Passende Leistungen und Themen

Diese Leistungen unserer Praxis spielen bei vermehrtem Trinken und Harnabsatz eine Rolle:

  • Krankheit

    Diabetes mellitus

    Wenn Zucker im Blut bleibt statt in die Zellen zu gelangen: Formen, Symptome, Diagnostik und Insulintherapie bei Hund und Katze.

  • Krankheit

    Nierenerkrankung

    Akut oder chronisch: Ursachen, Frühzeichen und das IRIS-Staging – und was Diät und Therapie für die Lebensqualität bewirken.

  • Krankheit

    Cushing-Syndrom

    Hyperadrenokortizismus beim Hund: zu viel Cortisol – die Ursachen, die typischen Anzeichen und die lebenslange Einstellung.

  • Krankheit

    Harnabsatzstörungen

    Blasenentzündung, Harnsteine, feline idiopathische Zystitis oder Prostata: Warum Wasserlassen schwerfällt und wann es ein Notfall ist.

Unser Leitsatz

Das Wohlbefinden und die Lebensqualität unserer tierischen Patienten stehen für uns im Mittelpunkt unserer Arbeit.

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