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Ratgeber Krankheiten

Hyperadrenokortizismus (Cushing-Syndrom beim Hund)

Hyperadrenokortizismus beim Hund: zu viel Cortisol – die Ursachen, die typischen Anzeichen und die lebenslange Einstellung.

Krankheit

Was Sie über das Cushing-Syndrom wissen sollten

  • Hund

Das Cushing-Syndrom bezeichnet eine Erkrankung, die durch eine übermäßige Produktion des Hormons „Cortisol“ gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung wird auch als Morbus Cushing, Hyperadrenokortizismus, Hyperkortisolismus oder Cushing-Erkrankung bezeichnet.

Die Synthese von Cortisol erfolgt in der Nebennierenrinde, einem Teil der Nebenniere, die als paariges Organ unmittelbar neben den Nieren liegt und nur wenige Zentimeter groß ist. Der Cortisolspiegel unterliegt tageszeitlichen Schwankungen und steigt insbesondere in Stresssituationen an, weshalb Cortisol auch als „Stresshormon“ bekannt ist. Beim Cushing-Syndrom bleibt der Cortisolspiegel jedoch den gesamten Tag über pathologisch erhöht. Während diese Erhöhung keine akuten Beschwerden verursacht, führt der chronisch erhöhte Spiegel langfristig zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen.

Ursachen für Hyperadrenokortizismus

Es gibt drei Hauptursachen für Hyperadrenokortizismus bei Hunden:

Hypophysäre Form

Bei der hypophysären Form des Hyperadrenokortizismus führt ein Tumor der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) zu einer übermäßigen Produktion von ACTH (adrenokortikotropes Hormon). Dieses Hormon wird über den Blutkreislauf zu den Nebennieren transportiert und regt dort die Cortisolproduktion an. Infolgedessen sind beide Nebennieren gleichmäßig hormonell aktiv und von ähnlicher Größe. Die Tumoren in der Hypophyse sind meist gutartig (benigne), können jedoch bei zunehmender Größe auf benachbarte Hirnregionen drücken und neurologische Ausfälle verursachen.

Adrenale Form

Die adrenale Form wird durch einen Tumor in einer der beiden Nebennieren verursacht, der eine übermäßige Cortisolproduktion auslöst. Dieser Prozess wird nicht durch den negativen Feedback-Mechanismus des Körpers reguliert. Während die betroffene Nebenniere vergrößert und überaktiv ist, bleibt die andere Nebenniere klein und hormonell inaktiv. Die Tumoren können sowohl gutartig (benigne) als auch bösartig (maligne) sein.

Iatrogene Form

Die iatrogene Form des Hyperadrenokortizismus entsteht durch die langfristige Verabreichung von Cortisol oder verwandten Hormonen als Medikament. Zu den häufig eingesetzten Wirkstoffen gehören Prednisolon, Methylprednisolon, Dexamethason und andere steroidale Präparate, die in Form von Tabletten, Injektionen, Salben oder sogar Ohrentropfen verabreicht werden können. Der Missbrauch oder die langfristige Anwendung dieser Medikamente kann das Gleichgewicht des Hormonhaushalts stören und ein Cushing-Syndrom auslösen.

Häufige Symptome bei Hyperadrenokortizismus

Zu den häufigsten Symptomen des Hyperadrenokortizismus bei Hunden zählen ein verstärktes Trinken und Urinieren (Polydipsie und Polyurie), eine Zunahme des Appetits (Polyphagie) sowie Gewichtszunahme oder ein vergrößerter Bauchumfang. Viele betroffene Hunde leiden zudem unter Haarausfall oder dünner werdendem Fell und Hautproblemen wie einer dünnen Haut, vermehrten Hautinfektionen oder der Bildung von Hautfalten. Auch Müdigkeit und verminderte Aktivität sind häufige Anzeichen. Durch das geschwächte Immunsystem sind diese Hunde anfälliger für Infektionen, während eine Muskelatrophie oder eine allgemeine Schwächung der Muskulatur die Beweglichkeit und das Wohlbefinden zusätzlich beeinträchtigen können.

Diagnostik

Bei Verdacht auf Morbus Cushing wird zunächst eine gründliche klinische Untersuchung durchgeführt, gefolgt von einem großen Blutbild und einem Organprofil. Diese Untersuchungen können unspezifische Veränderungen aufzeigen, wie beispielsweise erhöhte Leberwerte, hohe Cholesterinspiegel, eine vermehrte Anzahl von Thrombozyten oder eine Verminderung der weißen Blutkörperchen.

Zur Bestätigung der Diagnose stehen verschiedene Hormontests zur Verfügung. Zu den häufigsten diagnostischen Verfahren gehören:

  • Urinuntersuchungen: Hier wird oft ein Urintest durchgeführt, um die Cortisol-Ausscheidung zu messen.
  • Stimulationstests: Ein spezieller Test, der hilft, den Ursprung der Überproduktion von Cortisol zu bestimmen (ob durch einen Tumor in der Hypophyse oder in den Nebennieren).
  • Bauchultraschall: Mit diesem Verfahren können die Größe der Nebennieren beurteilt, mögliche Leberveränderungen festgestellt und Begleiterkrankungen identifiziert werden.

All diese diagnostischen Maßnahmen können wir sehr gerne in der Tierarztpraxis Bahnstraße Wolkersdorf für Ihren Hund durchführen.

Therapie

Die Behandlung des Hyperadrenokortizismus bei Hunden hängt von der Ursache der Erkrankung ab:

  • Medikamentöse Therapie: Die meisten Hunde mit Cushing-Syndrom, die durch einen Hypophysentumor verursacht werden, können mit Medikamenten behandelt werden, die die Cortisolproduktion in den Nebennieren hemmen. Während der gesamten Therapie, die in den meisten Fällen eine lebenslange Medikamentengabe erfordert, ist eine regelmäßige Kontrolle des Cortisolspiegels notwendig. Besonders zu Beginn der Behandlung müssen diese Kontrollen engmaschig erfolgen, um sicherzustellen, dass der Cortisolspiegel weder zu hoch bleibt noch zu tief abfällt. Eine sorgfältige Überwachung und Anpassung der Medikation sind entscheidend für den Erfolg der Behandlung und das Wohlbefinden des Hundes.
  • Chirurgische Behandlung: Wenn ein Tumor in der Nebennierenrinde der Auslöser ist, kann eine Operation zur Entfernung des Tumors in Erwägung gezogen werden. Die transsphenoidale Hypophysektomie, eine chirurgische Entfernung der Hypophyse, gilt bei Menschen als bevorzugte Behandlungsmethode und wurde auch erfolgreich bei Hunden durchgeführt. Allerdings wird diese komplexe Operation nur in wenigen spezialisierten Einrichtungen angeboten.
  • Strahlentherapie: Bei Tumoren in der Hypophyse kann auch eine Strahlentherapie zur Reduktion des Tumors angewendet werden.

Prognose

Die Prognose bei Hunden mit Hyperadrenokortizismus ist stark abhängig von der Ursache der Erkrankung sowie dem Zeitpunkt der Diagnose. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können Hunde ein normales Leben führen. Allerdings erfordert die Erkrankung eine langfristige Überwachung und regelmäßige Anpassungen der Medikation.

Hyperadrenokortizismus ist eine ernsthafte, aber behandelbare Erkrankung, die eine frühzeitige Diagnose und kontinuierliche Pflege erfordert. Hundebesitzer sollten bei Anzeichen wie übermäßigem Durst, Hunger, Haarausfall oder Veränderungen im Verhalten aufmerksam sein und frühzeitig einen Tierarzt aufsuchen, um die Gesundheit ihres Hundes zu sichern.

Häufige Fragen zum Cushing-Syndrom

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Passende Leistungen und Themen

Diese Leistungen unserer Praxis spielen beim Cushing-Syndrom eine Rolle:

  • Symptom

    Vermehrtes Trinken & Harnabsatz

    Polyurie und Polydipsie: Wenn Ihr Tier plötzlich viel trinkt und viel Harn absetzt – von der Trinkmengenmessung bis zur Diagnose.

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    Diabetes mellitus

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    Erhöhte Leberwerte

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Unser Leitsatz

Das Wohlbefinden und die Lebensqualität unserer tierischen Patienten stehen für uns im Mittelpunkt unserer Arbeit.

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