Symptom
Vermehrtes Trinken & Harnabsatz
Polyurie und Polydipsie: Wenn Ihr Tier plötzlich viel trinkt und viel Harn absetzt – von der Trinkmengenmessung bis zur Diagnose.
Fachtierarztpraxis für Kleintiere · Wolkersdorf im Weinviertel
Ratgeber Krankheiten
Akut oder chronisch: Ursachen, Frühzeichen und das IRIS-Staging – und was Diät und Therapie für die Lebensqualität bewirken.
Krankheit
Die Nieren spielen eine entscheidende Rolle bei der Filterung von Abfallprodukten, Giftstoffen und überschüssigen Substanzen („harnpflichtige Substanzen“) aus dem Blut. Weitere wichtige Aufgaben der beiden Nieren sind die Bildung von Hormonen zur Regulation des Blutdrucks und zur Produktion des roten Blutfarbstoffes. Zu guter Letzt werden sowohl der Wasserhaushalt als auch die Elektrolyte über die Nieren gesteuert.
Wenn die Nierenfunktion beeinträchtigt ist, leiden unsere Hunde und Katzen an einer Nephropathie, welche sowohl akut als auch chronisch auftreten kann. Diese Erkrankungen können verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Formen annehmen.
Die Anzeichen einer Nephropathie können unspezifisch sein und schließen Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, vermehrtes Trinken und Harnlassen (Polyurie/Polydipsie), Erbrechen und stumpfes Fell ein.
Wichtig wäre, Polyurie (vermehrtes Harnlassen) von Pollakisurie (mit geringem Volumen), Dysurie (schmerzhaftes, unangenehmes Harnlassen) und Harninkontinenz zu unterscheiden, die in der Regel auf Probleme der unteren Harnwege und nicht auf die Nieren zurückzuführen sind. Jedoch kann auch eine Erkrankung der unteren Harnwege immer zu einem aufsteigenden Nierenproblem werden.
In fortgeschrittenen Stadien können Nierenprobleme zu Bluthochdruck, Elektrolytstörungen, blassen Schleimhäuten und stinkendem Maulgeruch und/oder Geschwüren an der Maulschleimhaut führen. Symptome, die auf einen systemischen Bluthochdruck hinweisen, sind zum Beispiel erweiterte Pupillen und plötzliche Blindheit/Orientierungslosigkeit.
Um eine Nephropathie zu diagnostizieren, sollte anfangs eine vollständige klinische Untersuchung durchgeführt werden. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Schleimhäute, den Hydratationszustand und die Abdomenpalpation (Größe, Form und Schmerzhaftigkeit der Nieren und Harnblase) gelegt.
Anschließend sollte weiterführend eine Blutuntersuchung (Kreatinin, SDMA, Harnstoff, Elektrolyte), eine Harnuntersuchung und bildgebende Verfahren wie Ultraschall durchgeführt werden. In manchen Fällen könnte auch eine Nierenbiopsie notwendig sein, um die Ursache und den Schweregrad einer Nephropathie zu bestimmen.
Zusätzlich sollte bei allen Patienten mit einer Nephropathie eine Blutdruckmessung durchgeführt werden, da die Niere an der Aufrechterhaltung des Blutdrucks beteiligt ist und es somit oftmals zu einem zu hohen Blutdruck kommen kann.
All diese Untersuchungen sollten zur vollständigen Abklärung bei einer Nephropathie gemacht werden und wir in der Tierarztpraxis Bahnstraße Wolkersdorf bieten diese Untersuchungen gerne an, um eine schnelle und sichere Diagnose für Ihren Vierbeiner zu erlangen.
Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Stadium der Nephropathie ab. Sie kann eine Ernährungsumstellung auf Nierendiätfutter, Medikamente zur Kontrolle des Blutdrucks, Flüssigkeitstherapie und in einigen Fällen spezielle Medikamente zur Unterstützung der Nierenfunktion umfassen.
In speziellen Fällen kann bei unseren Patienten auch eine Dialyse angewendet werden, um die Nierenfunktion zu unterstützen. Ähnlich wie bei Menschen wird dabei das Blut des Tieres durch eine Maschine geleitet, die Abfallprodukte und überschüssige Substanzen entfernt. Das gereinigte Blut wird dann wieder in den Körper des Tieres zurückgeführt. Die Dialyse bei Tieren erfordert spezielle Ausrüstung und geschultes medizinisches Personal.
Wenn eine akute Nephropathie über einen längeren Zeitraum besteht (i.d.R. über 3-6 Monate), wird diese schließlich als chronische Nephropathie bezeichnet. Die chronische Nephropathie ist durch einen dauerhaften Verlust von Nephronen (Nierenkörperchen) gekennzeichnet, welcher Zustand irreversibel ist und daher auch unheilbar.
Patienten mit einer akuten Nephropathie können bei gutem Ansprechen auf die Therapie auch wieder geheilt werden, weshalb eine Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Nephropathie sehr wichtig ist, um demnach auch die richtige Therapie zu wählen.
Ob eine Nephropathie bei Hunden und Katzen heilbar ist, hängt von der Art und dem Stadium der Erkrankung ab. Akute Nierenschäden, die durch Infektionen oder Toxine verursacht werden, können mit der richtigen Behandlung oft vollständig geheilt werden, vorausgesetzt, die Erkrankung wird frühzeitig erkannt und behandelt.
Bei chronischen Nephropathien, wie sie häufig bei älteren Tieren auftreten, ist eine vollständige Heilung oft nicht möglich. Allerdings kann die Krankheit mit der richtigen Therapie, wie speziellen Diäten, Medikamenten und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, gut gemanagt werden. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, die Lebensqualität des Tieres zu erhalten und die Nierenfunktion so lange wie möglich zu stabilisieren.
Je früher eine Nephropathie diagnostiziert wird, desto besser können die Behandlungsmöglichkeiten wirken. Daher ist es wichtig, regelmäßig zum Tierarzt zu gehen und auf mögliche Symptome zu achten. Empfohlen wird eine Vorsorgeuntersuchung 1x jährlich.
Durch präventive Maßnahmen können Sie dazu beitragen, die Nierengesundheit Ihres Haustiers zu erhalten und Nephropathien vorzubeugen. Wir in der Tierarztpraxis Bahnstraße Wolkersdorf erstellen gerne einen individuellen Plan für Ihren Vierbeiner.
Ja, einige Hunderassen sind genetisch anfälliger für bestimmte Nephropathien. Bei diesen Rassen können Nierenerkrankungen häufiger auftreten oder in jüngeren Jahren beginnen. Beispiele für Rassen, die ein höheres Risiko für Nierenprobleme haben, sind der Shih Tzu, Cocker Spaniel, Bullterrier und Perserkatzen. Diese Tiere sind besonders anfällig für genetische Nierenerkrankungen wie die polyzystische Nierenerkrankung oder eine chronische Nephropathie.
Für Haustiere mit Nephropathien ist eine spezielle Diät sehr wichtig, um die Nierenfunktion zu unterstützen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Eine solche Diät sollte bestimmte Merkmale aufweisen:
Es ist wichtig, die Diät mit Ihrem Tierarzt zu besprechen, um eine individuell angepasste Ernährung zu gewährleisten. Wir in der Tierarztpraxis Bahnstraße Wolkersdorf beraten Sie gerne über das Nierendiätfutter.
Häufige Symptome: vermehrtes Trinken und Urinieren, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Lethargie, schlechter Atem (Urämie-Geruch) und stumpfes Fell. Viele Tiere zeigen erst Symptome, wenn mehr als 75 % der Nierenfunktion verloren ist.
Das IRIS-Staging (International Renal Interest Society) teilt die chronische Nierenerkrankung (CKD) in 4 Schweregrade ein — basierend auf Kreatinin, SDMA, Proteinurie (UPC) und Blutdruck. Diese Einstufung bestimmt die Behandlung und Prognose. Wir führen das vollständige IRIS-Staging durch.
Die Tierarztpraxis Bahnstraße in Wolkersdorf ist Ihre spezialisierte Anlaufstelle für Nierenerkrankungen im Weinviertel. Wir führen vollständige Nierendiagnostik (Blut, Urin, Ultraschall, Blutdruck) und individuelles Therapiemanagement durch.
Wolkersdorf im Weinviertel liegt ca. 25 km nördlich von Wien. Aus dem 21. Bezirk (Floridsdorf) ca. 25–30 Minuten, aus dem 22. Bezirk (Donaustadt) ca. 30–40 Minuten. Per S2-Schnellbahn (Wien Praterstern → Wolkersdorf) ca. 35 Minuten. Adresse: Bahnstraße 92, 2120 Wolkersdorf im Weinviertel.
Ja. Die Tierarztpraxis Bahnstraße in Wolkersdorf ist Ihre Fachtierarztpraxis im Weinviertel – Spezialisten in der Kleintiermedizin für Ihren Hund und Ihre Katze. Unsere Schwerpunkte sind Innere Medizin, Herzultraschall, Ultraschall und Endoskopie. Aus den Bezirken Korneuburg, Mistelbach und Gänserndorf sowie aus Wien-Floridsdorf und Wien-Donaustadt sind Sie meist in 15 bis 40 Minuten bei uns. Parkplätze finden Sie direkt an der Praxis.
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