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Ratgeber Symptome

Erbrechen und Regurgitieren bei Hund und Katze

Erbrechen oder Regurgitieren? Wie Sie beides unterscheiden, welche Ursachen dahinterstecken und wann Ihr Tier sofort zum Tierarzt muss.

Symptom

Was Sie über Erbrechen und Regurgitieren wissen sollten

  • Hund
  • Katze

Erbrechen und Regurgitieren sind häufige Symptome bei Hunden und Katzen, die auf unterschiedliche gesundheitliche Probleme hinweisen können. Eine sorgfältige Beobachtung und Beschreibung der Symptome durch den Tierhalter bilden die Grundlage für die weitere tierärztliche Abklärung.

Warum ist die Unterscheidung wichtig?

Die genaue Unterscheidung zwischen beiden Prozessen ist essenziell, da sie auf verschiedene Ursachen hinweisen und unterschiedliche diagnostische und therapeutische Ansätze erfordern.

Regurgitieren weist meist auf ein Problem der Speiseröhre hin, während Erbrechen auf Erkrankungen des Magens, Darms oder systemische Störungen hindeutet. Eine gründliche Anamnese und Beobachtung des Vorgangs helfen, die richtige Diagnose zu stellen und gezielte therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Tier erbricht oder regurgitiert, kann es hilfreich sein, den Vorgang zu filmen. Ein Video bietet dem Tierarzt die Möglichkeit, die Bewegungsabläufe, die Körperhaltung und die Art des Ausstoßens genau zu analysieren. Dies erleichtert die Unterscheidung und unterstützt eine schnellere und präzisere Diagnose. Achten Sie darauf, auch die Zeit vor und nach dem Vorfall festzuhalten, um mögliche Vorzeichen wie Speicheln oder Würgen zu dokumentieren.

Regurgitieren

Regurgitieren ist ein passiver Vorgang, bei dem unverdauter Magen- oder Speiseröhreninhalt zurück in den Mundraum befördert wird. Es handelt sich nicht um ein aktives Würgen, sondern um einen plötzlichen Rückfluss und das oft ohne Vorwarnung.

Wie erkenne ich Regurgitieren?

  • Passiver Vorgang: Kein aktives Würgen oder Bauchmuskelkontraktion.
  • Zeitpunkt: Tritt häufig unmittelbar nach dem Fressen oder Trinken auf.
  • Konsistenz des Inhalts: Unverdaute Nahrung oder klare Flüssigkeit.
  • Begleiterscheinungen: Keine Übelkeit, kein Speicheln oder Unwohlsein vorab.
  • Mögliche Ursachen: Probleme mit der Speiseröhre (z. B. Megaösophagus, Strikturen, Tumore).

Mögliche Ursachen

  • Anatomische Störungen: Megaösophagus (erweiterte Speiseröhre), Speiseröhrenstrikturen (narbige Veränderungen der Speiseröhre) und ein persistierender rechter Aortenbogen sind anatomische Störungen, die den Transport der Nahrung durch die Speiseröhre erschweren, sei es durch Erweiterung, Verengung oder Einengung aufgrund angeborener Fehlbildungen.
  • Funktionelle Störungen: Beeinträchtigte Beweglichkeit der Speiseröhre aufgrund neurologischer Erkrankungen und Refluxkrankheit, bei der Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und diese reizt, können ebenfalls zu Regurgitation führen.
  • Fremdkörper oder mechanische Blockaden: Fremdkörper wie Knochen oder Spielzeugteile sowie Tumoren in der Speiseröhre oder den umliegenden Geweben können den Nahrungsdurchgang blockieren.
  • Entzündliche Erkrankungen: Eine Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) kann durch Reizungen wie Säure, Medikamente oder Infektionen verursacht werden.
  • Neurologische oder muskuläre Erkrankungen: Myasthenia gravis und Hirn- oder Rückenmarksschäden sind neurologische Erkrankungen, die die Beweglichkeit und Steuerung der Speiseröhre beeinträchtigen.
  • Angeborene Ursachen: Angeborene Missbildungen und vererbte Dispositionen, wie bei Rassen wie der Deutschen Dogge oder dem Irish Setter, können das Risiko für Megaösophagus und andere Speiseröhrenprobleme erhöhen.
  • Systemische Erkrankungen: Hypothyreose und Morbus Addison sind systemische Erkrankungen, die in seltenen Fällen die Speiseröhrenfunktion schwächen und die Verdauung beeinträchtigen können.

Erbrechen

Erbrechen ist ein aktiver, reflexgesteuerter Vorgang, bei dem Mageninhalt nach Kontraktion der Bauchmuskulatur (= Bauchpresse) und des Zwerchfells ausgestoßen wird. Es wird durch Reizung des Brechzentrums im Gehirn ausgelöst.

Wie erkenne ich Erbrechen?

  • Aktiver Vorgang: Würgen und Anstrengung der Bauchmuskeln.
  • Vorzeichen: Übelkeit, Unruhe, Speicheln, Schmatzen oder Würgen vor dem Erbrechen.
  • Konsistenz des Inhalts: Teilweise verdautes Futter, Galle, Schleim oder Blut (je nach Ursache).
  • Begleiterscheinungen: Häufig Appetitverlust, Lethargie oder Durchfall.
  • Mögliche Ursachen: Reizung oder Erkrankung des Magen-Darm-Trakts (z. B. Gastritis, Toxine, Infektionen).

Mögliche Ursachen

  • Ernährungsbedingt: Unverträglichkeiten, Aufnahme von Gras, verdorbenem Futter oder Fremdkörpern.
  • Infektionen: Magen-Darm-Infektionen durch Viren, Bakterien oder Parasiten.
  • Toxine: Aufnahme giftiger Substanzen wie zum Beispiel Schokolade, Pestizide oder Medikamente.
  • Krankheiten: Chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Leberprobleme oder Diabetes.
  • Stress oder Reiseübelkeit: Stresssituationen oder Autofahrten können Übelkeit verursachen.

Diagnostik

Die Diagnostik von Erbrechen und Regurgitieren bei Hunden und Katzen erfordert eine systematische Herangehensweise, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Der Tierarzt wählt die geeigneten diagnostischen Verfahren basierend auf der klinischen Anamnese, dem Schweregrad des Erbrechens und den begleitenden Symptomen aus.

Allgemeine klinische Untersuchung Ihres Vierbeiners inklusive abdominaler Palpation (Durchtasten des Bauches) und Untersuchung des Mund- und Rachenraums

  • Blutuntersuchung (Hämatologie, Blutchemie)
  • Urinanalyse (spezifisches Gewicht, Urinteststreifen, Urinmikroskopie)
  • Kotuntersuchung: Nachweis von Parasiten, pathogenen Bakterien oder Blut.

Röntgen (mit/ohne Kontrastmittel):

  • Nachweis von Fremdkörpern, Magen-Darm-Verstopfungen oder Tumoren.

Ultraschall des Abdomens:

  • Beurteilung der Organe im Bauch.
  • Erkennung von Flüssigkeitsansammlungen, Entzündungen oder Tumoren.

Endoskopie (Magen-Darm-Spiegelung):

  • Direkte Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Dünndarm.
  • Entnahme von Biopsien und mögliche Entfernung von Fremdkörpern.
  • Hormonprofile: Test auf Morbus Addison (Hypoadrenokortizismus) oder Hyperthyreose (v.a. bei Katzen).
  • Tests auf Infektionskrankheiten: Nachweis von Viren wie Parvovirus (bei jungen Hunden), FIV oder FeLV (bei Katzen).
  • Biopsie/Histopathologie: Zur Abklärung chronischer Erkrankungen wie entzündlicher Darmerkrankung (IBD) oder Neoplasien.
  • Ausschlussdiät zur Diagnose von Futtermittelallergien.

Häufige Fragen zu Erbrechen und Regurgitieren

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Passende Leistungen und Themen

Diese Leistungen unserer Praxis spielen bei Erbrechen und Regurgitieren eine Rolle:

  • Symptom

    Durchfall

    Infektion, Futter, Entzündung oder Vergiftung: Wann Durchfall harmlos ist, wann er zum Notfall wird und wie wir ihn abklären.

  • Krankheit

    Futtermittelunverträglichkeit

    Juckreiz, Durchfall oder Erbrechen durch das Futter? Wie Ausschlussdiäten Klarheit schaffen und was Allergie von Unverträglichkeit unterscheidet.

  • Krankheit

    Nierenerkrankung

    Akut oder chronisch: Ursachen, Frühzeichen und das IRIS-Staging – und was Diät und Therapie für die Lebensqualität bewirken.

Unser Leitsatz

Das Wohlbefinden und die Lebensqualität unserer tierischen Patienten stehen für uns im Mittelpunkt unserer Arbeit.

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