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Ratgeber Symptome

Lahmheit bei Hund und Katze

Hinken, Entlasten, steifer Gang: von der Prellung bis zur Arthrose – Diagnostik mit Röntgen und Ultraschall und die passende Therapie.

Symptom

Was Sie über Lahmheit wissen sollten

  • Hund
  • Katze

Lahmheit ist ein häufiges Symptom bei Hunden und Katzen, das auf eine Störung im Bewegungsapparat hinweist und eine eingeschränkte Fortbewegung des Tieres bedeutet. Sie kann plötzlich auftreten oder sich schleichend entwickeln und verschiedene Ursachen haben, von Verletzungen und Entzündungen bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Arthrose oder Gelenkdegeneration. Lahmheit ist für Besitzer oft ein deutliches Zeichen, dass das Tier Schmerzen hat oder in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität des Tieres zu erhalten und ihm zu helfen, sich zu erholen.

Mögliche Ursachen

  • Verletzungen: Prellungen, Frakturen, Verstauchungen oder Bänderrisse sind häufige Ursachen für Lahmheit. Diese Verletzungen treten oft nach Unfällen, Stürzen oder traumatischen Ereignissen auf.
  • Arthrose: Altersbedingte Gelenkdegeneration führt bei älteren Tieren oft zu schmerzhaften Entzündungen der Gelenke, was die Beweglichkeit einschränkt und Lahmheit zur Folge hat.
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen: Krankheiten wie Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie oder Lyme-Borreliose können Entzündungen in den Gelenken verursachen und somit zu Lahmheit führen.
  • Muskel- oder Sehnenprobleme: Muskelzerrungen, Sehnenentzündungen oder -risse, insbesondere bei aktiven Tieren, können die Beweglichkeit beeinträchtigen.
  • Infektionen: Knocheninfektionen (Osteomyelitis) oder Gelenkinfektionen (Arthritis) durch Bakterien oder Pilze können ebenfalls Lahmheit hervorrufen.
  • Neurogene Ursachen: Nervenschäden durch Verletzungen oder Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder andere neurologische Störungen können zu einer beeinträchtigten Kontrolle der Bewegungen und somit zu Lahmheit führen.
  • Tumore: Tumore, die auf Knochen, Muskeln oder Gelenke einwirken, können ebenfalls Schmerzen verursachen und zu einer sichtbaren Lahmheit führen.

Diagnostik

Die Diagnostik einer Lahmheit bei Hunden und Katzen umfasst eine gründliche Anamnese, eine klinische Untersuchung sowie gegebenenfalls weitere diagnostische Verfahren:

  • Anamnese: Der Tierarzt fragt nach der Vorgeschichte des Tieres, einschließlich möglicher Unfälle, vorheriger Krankheiten oder Auffälligkeiten in der Beweglichkeit.
  • Klinische Untersuchung: Eine sorgfältige Inspektion des Tieres erfolgt, um Schwellungen, Veränderungen der Körperhaltung oder Schmerzen bei der Palpation zu identifizieren. Der Tierarzt kann den Gang des Tieres beobachten, um festzustellen, ob die Lahmheit in einem oder mehreren Gliedmaßen auftritt und wie sie sich verändert.
  • Röntgenuntersuchung: Röntgenaufnahmen sind unerlässlich, um Knochenbrüche, Gelenkveränderungen oder Tumore zu identifizieren. Sie sind besonders wichtig bei Verdacht auf Arthritis, Dysplasien oder Frakturen.
  • Ultraschall: Bei Verdacht auf Weichteilverletzungen wie Bänderrissen oder Sehnenentzündungen kann ein Ultraschallbild helfen, die genaue Ursache zu erkennen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT): Diese bildgebenden Verfahren sind hilfreich, wenn detailliertere Informationen zu Weichteilen oder neurologischen Erkrankungen benötigt werden.
  • Blutuntersuchungen: Bei Verdacht auf entzündliche oder infektiöse Erkrankungen können Blutuntersuchungen Aufschluss über Entzündungswerte oder spezifische Infektionen geben.
  • Nerventests: Bei neurologischen Ursachen der Lahmheit können spezifische Tests, wie die Elektromyographie (EMG), zur Untersuchung der Nervenfunktion notwendig sein.

Therapie

Die Therapie einer Lahmheit hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Sie kann medikamentös, chirurgisch oder physikalisch sein:

Medikamentöse Therapie:

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Diese Medikamente werden häufig eingesetzt, um im Akutfall Schmerzen und Entzündungen zu lindern.
  • Krankheitsmodifizierende Medikamente: Bei Arthrose oder entzündlichen Gelenkerkrankungen können spezielle Präparate unterstützend wirken.
  • Kortikosteroide: In manchen Fällen, insbesondere bei schweren Entzündungen, können Kortikosteroide zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.

Chirurgische Therapie:

  • Frakturen: Knochenbrüche erfordern in der Regel eine chirurgische Versorgung, entweder durch Fixierung mit Platten oder Schrauben.
  • Band- und Sehnenoperationen: Wenn Bänder oder Sehnen beschädigt sind, kann eine chirurgische Intervention erforderlich sein.
  • Gelenkoperationen: Bei schweren Fällen von Hüftdysplasie oder anderen Gelenkerkrankungen kann eine Operation zur Stabilisierung oder in schweren Fällen zum Gelenkersatz notwendig sein.

Physikalische Therapie und Rehabilitation:

  • Physiotherapie: Bewegungstherapie und gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur und Förderung der Gelenkbeweglichkeit sind wichtig, um die Heilung zu unterstützen.
  • Wärme- und Kältetherapie: In der akuten Phase von Verletzungen oder Entzündungen kann die Anwendung von Kälte zur Reduktion von Schwellungen und Wärme zur Förderung der Heilung hilfreich sein.
  • Hydrotherapie: Schwimmen oder Bewegung im Wasser kann den Tieren helfen, sich ohne zusätzliche Belastung für die Gelenke zu bewegen.
  • Ernährungsanpassung: Bei Tieren mit Arthrose werden auch spezielle Futtermittel angeboten, die die Gelenke unterstützen.

Häufige Fragen zur Lahmheit

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